Diagnostik und operative Behandlung durch Prof. Dr. med. Gerd Ridder
Erkrankungen der Gaumenmandeln können unterschiedliche Ursachen und Ausprägungen haben. Wiederkehrende akute Mandelentzündungen, anhaltende den Gaumenmandeln zuzuordnende Beschwerden, stark vergrößerte Mandeln oder bestimmte Veränderungen des Mandelgewebes können eine fachärztliche Abklärung erforderlich machen.
Ob eine Operation sinnvoll ist und welches Operationsverfahren im individuellen Fall in Betracht kommt, hängt von den Beschwerden, dem bisherigen Krankheitsverlauf, dem Untersuchungsbefund und weiteren medizinischen Faktoren ab.
Prof. Dr. med. Gerd Ridder ist Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde mit der Zusatzqualifikation Spezielle HNO-Chirurgie. Ein Schwerpunkt seiner operativen Tätigkeit liegt in der chirurgischen Behandlung von Erkrankungen im Bereich von Mandeln und Rachen.
Wann kann eine Mandeloperation sinnvoll sein?
Eine operative Behandlung kann insbesondere bei bestimmten wiederkehrenden oder ausgeprägten Erkrankungen der Gaumenmandeln erwogen werden. Dazu gehören beispielsweise:
- wiederkehrende akute Mandelentzündungen
- anhaltende, den Gaumenmandeln zuzuordnende Beschwerden bei entsprechendem fachärztlichem Befund
- ausgeprägte Vergrößerungen der Mandeln mit funktionellen Beschwerden
- wiederkehrende Abszesse im Bereich der Mandeln
- auffällige einseitige oder anderweitig abklärungsbedürftige Veränderungen der Mandeln
- bereits andernorts gestellte Operationsindikationen, bei denen eine erneute fachärztliche Beurteilung gewünscht wird
Bei wiederkehrenden akuten Mandelentzündungen spielen insbesondere Häufigkeit, Schwere und ärztliche Dokumentation der einzelnen Erkrankungsepisoden eine Rolle.
Nach der aktuellen HNO-Leitlinie profitieren Patientinnen und Patienten von einer Tonsillektomie insbesondere bei mindestens sieben entsprechenden Episoden innerhalb der letzten zwölf Monate, mindestens fünf Episoden jährlich über zwei Jahre oder mindestens drei Episoden jährlich über drei Jahre.
Werden diese Häufigkeiten nicht erreicht, kann zunächst eine weitere Beobachtung des Krankheitsverlaufs sinnvoll sein. Entscheidend ist jedoch stets die individuelle fachärztliche Beurteilung und die Abgrenzung einer tatsächlichen Tonsillitis von anderen Ursachen wiederkehrender Halsschmerzen.
Nicht jede Mandelentzündung und nicht jede Vergrößerung der Mandeln erfordert eine Operation.
Tonsillektomie oder Tonsillotomie?
Bei Operationen der Gaumenmandeln kommen unterschiedliche Verfahren in Betracht.
Bei der Tonsillektomie werden die Gaumenmandeln vollständig entfernt. Dieses Verfahren kann beispielsweise bei bestimmten Formen wiederkehrender Mandelentzündungen sowie bei weiteren klar definierten medizinischen Indikationen erforderlich sein.
Bei der Tonsillotomie wird nur ein Teil des Mandelgewebes entfernt. Dieses Verfahren kommt insbesondere bei deutlich vergrößerten Mandeln mit funktioneller Beeinträchtigung in Betracht.
Auch bei wiederkehrenden akuten Mandelentzündungen kann eine Tonsillotomie unter bestimmten Voraussetzungen eine Behandlungsoption darstellen, insbesondere wenn gleichzeitig eine relevante Vergrößerung der Mandeln besteht.
Da bei der Tonsillotomie Mandelgewebe verbleibt, können später erneut Beschwerden auftreten. In einzelnen Fällen kann dann eine vollständige Tonsillektomie erforderlich werden.
Welches Verfahren geeignet ist, lässt sich nicht pauschal bestimmen. Die Wahl des Operationsverfahrens richtet sich nach Alter, Beschwerden, vorausgegangenen Erkrankungen, Größe und Beschaffenheit der Mandeln sowie der konkreten medizinischen Indikation.
Sorgfältige Untersuchung und individuelle Indikationsstellung
Vor einer möglichen Operation erfolgt eine ausführliche HNO-ärztliche Untersuchung. Wichtig sind insbesondere der bisherige Verlauf der Beschwerden, die Häufigkeit und Ausprägung vorausgegangener Entzündungen sowie bereits durchgeführte Behandlungen.
Vorhandene Arztberichte, Krankenhausberichte oder Informationen zu früheren Mandelentzündungen sollten zum Untersuchungstermin möglichst mitgebracht werden.
Bei auffälligen oder einseitigen Veränderungen der Mandeln kann je nach Befund eine weiterführende diagnostische Abklärung erforderlich sein.
Langjährige wissenschaftliche Beschäftigung mit Mandelerkrankungen und Tonsillenchirurgie
Erkrankungen der Mandeln und des Rachenraums sowie deren operative Behandlung gehören seit vielen Jahren auch zu den wissenschaftlichen Arbeitsgebieten von Prof. Dr. med. Gerd Ridder.
Bereits während seiner Tätigkeit an der Universitäts-HNO-Klinik Freiburg beschäftigte er sich wissenschaftlich mit wiederkehrenden entzündlichen Erkrankungen des Rachenraums und insbesondere mit dem PFAPA-Syndrom, einem wiederkehrenden Fiebersyndrom des Kindesalters, das unter anderem mit Pharyngitis und zervikaler Lymphadenitis einhergehen kann.
Zu diesem Krankheitsbild veröffentlichte er mehrere wissenschaftliche Arbeiten, unter anderem zur Bedeutung des PFAPA-Syndroms für die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sowie zur Rolle der Adeno-Tonsillektomie bei betroffenen Kindern und Jugendlichen.
Ein weiterer wissenschaftlicher Schwerpunkt lag auf der Tonsillotomie im Kindesalter. Unter seiner wissenschaftlichen Betreuung wurde eine medizinische Dissertation zur Dioden-Laser-Tonsillotomie bei Kindern durchgeführt, in der anhand eines größeren Patientenkollektivs aus der Praxis HNO am Theater Indikationsstellung, Behandlungsergebnisse und Stellenwert des Verfahrens untersucht wurden.
Diese wissenschaftliche Beschäftigung mit Mandelerkrankungen, PFAPA und unterschiedlichen Verfahren der Tonsillenchirurgie ergänzt seine klinische und operative Tätigkeit bei Erkrankungen der Gaumenmandeln und des Rachenraums.
Weitere Informationen zur wissenschaftlichen Tätigkeit und zu den Publikationen von Prof. Dr. Ridder finden Sie unter „Wissenschaftliche Veröffentlichungen“.
Operative Behandlung
Art und Umfang einer Mandeloperation richten sich nach Diagnose, Alter, Befund und gewähltem Operationsverfahren.
Vor dem Eingriff werden das geplante Verfahren, mögliche Behandlungsalternativen, der zu erwartende postoperative Verlauf und die spezifischen Risiken ausführlich besprochen.
Je nach Erkrankung und Operationsverfahren können unterschiedliche chirurgische Techniken zum Einsatz kommen. Die konkrete Vorgehensweise wird vor dem Eingriff mit dem Patienten beziehungsweise bei Kindern mit den Sorgeberechtigten besprochen.
Individuelles hochpräzises Behandlungskonzept
Bei geplanten Tonsillektomien legt Prof. Dr. med. Gerd Ridder besonderen Wert auf eine individuelle präoperative Beurteilung der anatomischen Verhältnisse und ein darauf abgestimmtes hochpräzises operatives Vorgehen.
Hierzu kann bereits vor der Operation eine gezielte Ultraschalluntersuchung der Halsweichteile und der Tonsillenregion erfolgen. Dabei werden insbesondere die individuellen anatomischen Verhältnisse und die Lagebeziehungen relevanter Gefäßstrukturen zum Operationsgebiet berücksichtigt.
Die operative Präparation erfolgt angepasst an Befund und Gewebeverhältnisse mit unterschiedlichen chirurgischen Techniken. Hierbei können auch laserchirurgische Verfahren zur präzisen Gewebepräparation eingesetzt werden.
Ergänzend können je nach intraoperativem Befund weitere Maßnahmen zur kontrollierten Versorgung des Operationsgebietes, Stabilisierung der lokalen Weichteilverhältnisse und Unterstützung der Blutstillung angewendet werden.
Ziel dieses Behandlungskonzeptes ist eine möglichst präzise, anatomiegerechte und kontrollierte operative Behandlung unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Gefäß- und Weichteilverhältnisse.
Welche diagnostischen und operativen Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, wird individuell festgelegt und vor dem Eingriff mit dem Patienten besprochen.
Bei gesetzlich Versicherten können einzelne über die reguläre Versorgung hinausgehende Bestandteile dieses Behandlungskonzeptes privat zu berechnende Zusatzleistungen darstellen. Über Art und gegebenenfalls entstehende Kosten wird vor der Operation gesondert informiert.
Stationäre Mandeloperationen im Loretto-Krankenhaus Freiburg
Stationär erforderliche Mandel- und Rachenoperationen führt Prof. Dr. med. Gerd Ridder als Belegarzt im Loretto-Krankenhaus Freiburg durch.
Die fachärztliche Untersuchung, Operationsindikation und Vorbereitung erfolgen über die Praxis HNO am Theater Freiburg.
Die belegärztliche Struktur ermöglicht die Betreuung durch den behandelnden niedergelassenen HNO-Arzt sowohl vor der Operation als auch während des stationären Aufenthaltes und in der anschließenden Nachsorge.
Mandeloperationen bei Kindern
Vergrößerte Mandeln und Erkrankungen des lymphatischen Rachenrings können auch bei Kindern behandlungsbedürftig sein.
Neben wiederkehrenden Mandelentzündungen stehen bei Kindern häufig stark vergrößerte Gaumenmandeln im Vordergrund. Diese können unter anderem das Schlucken, die nächtliche Atmung und die Schlafqualität beeinträchtigen.
Je nach Ursache und Befund kann eine konservative Behandlung, eine Teilentfernung der Mandeln (Tonsillotomie) oder in bestimmten Situationen eine vollständige Mandelentfernung (Tonsillektomie) in Betracht kommen.
Bei Kindern sind Alter, Ausmaß der Tonsillenvergrößerung, Begleiterkrankungen, bisheriger Krankheitsverlauf und das erforderliche Operationsverfahren für die individuelle Behandlungsplanung von besonderer Bedeutung.
Bereits eine Mandeloperation empfohlen?
Wenn Ihnen oder Ihrem Kind bereits eine Mandeloperation empfohlen wurde, kann im Rahmen einer fachärztlichen Vorstellung geprüft werden,
- welche Diagnose der Empfehlung zugrunde liegt,
- ob eine operative Behandlung medizinisch sinnvoll erscheint,
- welches Operationsverfahren gegebenenfalls geeignet ist und
- unter welchen Rahmenbedingungen der Eingriff durchgeführt werden sollte.
Vorhandene HNO-Befunde, Arztbriefe und Berichte über vorausgegangene Mandelentzündungen sollten möglichst mitgebracht werden.
Persönliche Beratung bei Prof. Dr. Ridder
Für eine persönliche fachärztliche Beratung, die Abklärung einer möglichen Mandeloperation oder die erneute Beurteilung einer bereits gestellten Operationsindikation können Sie einen Termin bei Prof. Dr. med. Gerd Ridder vereinbaren.
Gesetzlich und privat Versicherte werden bei entsprechender medizinischer Indikation im Rahmen der jeweils bestehenden Versorgungsmöglichkeiten behandelt und operiert. Für Privatpatientinnen, Privatpatienten und Selbstzahler ist eine direkte Terminvereinbarung bei Prof. Ridder möglich.
HNO am Theater Freiburg
Bertoldstraße 44
79098 Freiburg im Breisgau
Telefon Prof. Dr. Ridder: +4976121752121
E-Mail: ridder@hnoamtheater.de
Medizinische Grundlage: aktuelle Leitlinie zur Therapie der Tonsillo-Pharyngitis der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie.
Medizinisch geprüft: Prof. Dr. med. Gerd Ridder
Stand: Oktober 2026